Eine neue Arbeitswelt? Wie sehen die Modelle der Zukunft aus?

23. Juni 2015     / / / /

Schon seit längerer Zeit wird darüber spekuliert, wie die zukünftige Arbeitswelt nun aussehen wird. Immer wieder fallen Begriffe wie Job-Sharing, Flexibilität, Humanität etc.. Doch was bedeutet das für uns, welche Veränderungen haben wir zu erwarten?

Dieser Umbruch der Arbeitswelt war auch das Leitthema der diesjährigen re:publica unter dem Motto finding europe. Hier stellten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion ihre verschiedenen Meinungen und Zukunftsbilder vor. Bei den Teilnehmern handelte es sich vor allem um Gründer von Unternehmern, welche sich im Prozess ihrer Gründungsphase besonders intensiv mit den Fragen: Wie wird die zukünftige Arbeitswelt aussehen? Welche Gegebenheiten bzw. Vorraussetzungen braucht man, um produktiv zu sein bzw. sein gestecktes Ziel zu erreichen? befassen. Im Rahmen der Diskussion griff man immer wieder die Thematik der selbstständig unternehmerischen Vision auf.

Grund genug sich diese Vision mal genauer anzuschauen. Zukünftig wird man den Fokus viel mehr auf den Menschen selbst legen müssen. Er soll die Möglichkeit des Experimentieren haben und sich so ein mit dem Arbeitsalltag verknüpft selbstbestimmteres Leben aufbauen können. Eine Alternative, die dieses Konzept als Leitgedanke führt is das des Coworking.

Eine Arbeitsform, die bereits auf der ganzen Welt vielerorts gelebt wird und großen Anklang findet. Wie der Name schon verrät verbirgt sich hinter dem Prinzip des Coworkings eine Form der Arbeit, die weg von den sturr abgetrennten Einzelbüros hin zu weitläufigen, offen gestalteten Büroflächen führt, in welchen man in direktem Kontakt zu anderen Unternehmen steht. Für den ein oder anderen mag es vielleicht im ersten Moment seltsam oder befremdlich klingen, mit Mitarbeitern anderer Unternehmen sich einen Arbeitsraum zu teilen. Doch schon viele, und es werden täglich mehr, haben die Vorteile erkannt und ziehen daraus ihren Nutzen für den Arbeitsalltag.                                                                                                                                                            Ein Großteil darunter sind Startup-Unternehmen, die dank des Miteinanders und des kreativen, anregenden Austauschs davon profitieren und sich so für ihr eigenes Konzept inspirieren lassen. Aber auch viele Freelancer und sonstige Unternehmen finden sich in diesem Konzept besonders gut zurecht und genießen die Arbeitsatmosphäre, die dabei entsteht.                                     Im Gegensatz zu Großraumbüros hat man hier keinen festen Platz, sondern kann sich für einen festgelegten Zeitraum einmieten. Man trifft also ständig auf wechselnde Gesichter und hat so dementsprechend die Möglichkeit seine Connections und gleichzeitig sein Wissen zu erweitern.                                                                                                                                                             Denn das Hauptmerkmal des Coworkings ist das Netzwerken mit anderen Menschen, die eventuell sogar aus einem anderen Fachbereich kommen, aber dennoch oder gerade deshalb einen Mehrwert für den eigenen Arbeitsbereich bieten. Oft entstehen hier völlig neue Ideen und daraufhin entwickeln sich fantastische Projekte. Innerhalb solch einer Gemeinschaft sind natürlich auch bestimmte Regeln aufgestellt, die es einzuhalten gilt. Dadurch, dass alle konzentriert bei der Arbeit sind und eher eine ruhige Atmosphäre herrscht, wird man weniger abgelenkt. Die meisten Mieter berichten aus diesen Gründen von einem erhöhten Produktivitätsschub. Ganz anders als bei Home Office Tätigkeiten bleibt man also bei der Sache und hat in den meisten Fällen einen geregelten und vor allem endenden Arbeitsalltag.

Eine weitere Alternative ist die des Job-Sharing. Hauptmerkmal ist hierbei die Arbeitsteilung, d.h. eine Vollzeitschicht wird von mehr als nur einer Person übernommen. Auch dies ermöglicht dem Menschen, ein selbstbestimmteres Leben zu führen. Mit dem stetigen Prozess der Umstrukturierung entstehen immer mehr Konzepte, die diese Tendenz hin zu freiem Arbeiten und diese selbstständig unternehmerische Vision verfolgen. Denn genau die oben genannten Gesichtspunkte vervollständigen dieses Leitbild zu einer zukunftsträchtigen Arbeitsform.

Doch auch kuriose und ziemlich stark zu bezweifelnde Änderungen bzw. Abzweigungen dieses freien Arbeitens könnten uns schon bald erwarten bzw. werden in einigen Ländern bereits praktiziert. Ein Beispiel aus Japan: Das aus Infrarot- und Mikrofon-Sensoren bestehendem „Business Microscope“ kann alle Bewegungen und Kontakte von Mitarbeitern, die solch eines um den Hals tragen, nachverfolgen. Es kann also genauestens nachvollzogen werden, mit wem man gerade in Kontakt steht. Das soll die Effizienz der Arbeit erhöhen.                                                                                                                                              Unserer Meinung nach sehen wir den Menschen in seiner Freiheit dadurch eher beschränkt. Wir finden, das grenzt an zwanghafte Kontrolle und widerspricht sogar dem allseits beliebten selbstbestimmten Leben als Idealbild.                                                                                                                                                                                         Die Zukunftsforscher meinen zwar, dass solch eine Arbeitsweise in Deutschland und Europa unvorstellbar sei, dennoch ist Vorsicht geboten und wir sollten darauf achten, den Übergang von einem freien zu einem kontrollierten Arbeiten nicht zu verpassen.

Der heutige Blogpost passt ganz wunderbar! Denn in Frankfurt findet der Future Day statt. Der ehemalige Zukunftskongress unter der Leitung des wohl bekanntesten Zukunftsforschers Matthias Horx lädt heute wieder mit vielen interessanten Sprechern ein. Das Zukunftsinstitut ist eine super Adresse für alle, die das Thema näher interessiert.