Travel around: Neuseeland

11. November 2014     /

Neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, neue Leute kennenlernen, die Leidenschaft für Fremdsprachen und Reisen stillen und einfach mal raus aus Deutschland und Platz für neue Gedanken schaffen. Genau aus diesen Gründen sollte man jede Chance nutzen, die sich einem bietet, um so viel wie möglich von der Welt zu sehen. Auch ich ergriff meine Chance und verreiste zusammen mit einer Freundin Anfang dieses Jahres für vier Wochen nach Neuseeland. In dem folgenden Bericht werde ich Euch einen kleinen Einblick in meine Reise geben sowie wertvolle Tipps und Empfehlungen oder auch mal von Dingen abraten.

Ist man sich bezüglich der Eigenständigkeit innerhalb eines so großen und facettenreichen Landes unsicher und möchte trotzdem auf nichts verzichten, ist das Reisen mit einer Organisation die beste Entscheidung. So war die Reisegruppe von G Adventures genau das Richtige für uns. Die 24-tätige New Zealand Encompassed Tour bot uns die einmalige Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit alles zu erkunden, was das Land zu bieten hat. Das Besondere an dieser Organisation ist der internationale Mix, wodurch Englisch die Sprache aller Unterhaltungen ist. Genau danach hatten wir gesucht! Fortschritte garantiert!

Los geht die Reise!

Der Flug nach Auckland dauert eineinhalb Tage. Von hier aus fährt der Linienbus direkt in die Innenstadt zu unserem ersten Hostel Nomads. Diese Hotelkette ist eine prima Empfehlung, denn sie bietet in den meisten Großstädten gute und günstige Unterkünfte. Nun sagten wir: „Hello!“ zu unserem sehr sympathischen und offenen Tourguide Max und lernten auch den Rest der Reisegruppe kennen. Es war alles vertreten: Schweden, Kanada, Australien, Holland, England oder auch China war dabei.

Unser üblicher Tagesablauf im kurzen Überblick: Nach einem gemeinsamen vielfältigen Frühstück hieß es Aufbruch und unser kleiner Tourbus wurde bepackt für die nächste Etappe auf unserem Reiseplan. So ging es Stück für Stück durch Neuseeland. Um die Vielfältigkeit des Landes zu erleben, machten wir immer wieder kleine Zwischenstopps und hielten an besonderen Plätzen. Durch die geführte Tour hatten wir die Gelegenheit auch Orte zu sehen, die man sonst alleine nicht besuchen würde. Max begeisterte durch sein Wissen über Neuseeland und seine Leidenschaft zog alle in seinen Bann.

Die erste Station in der Nähe von Auckland war das Kiwi North Kiwi House, wo ein netter älterer Herr durch die einheimische Tierwelt führte. Kiwis, Zwergpinguine, Geckos und viele weitere Tierarten konnten hautnah betrachtet werden.

Kiwi North Kiwi House

DIE NORDINSEL

Paihia – Bay of Islands

Der nächste Stopp war Paihia. Hier gingen wir an Board des größten Hausboots Neuseelands, das sogenannte „The Rock“. Zwei Tage schipperten wir durch die beeindruckende Bay of Islands. Diese Bootstour hatte so einige Highlights parat: Ein Schnorchelgang zur Erkundung der Unterwasserwelt, ein nächtlicher Kajakausflug, bei dem wir das faszinierende und äußerst seltene Naturphänomen von fluoreszierendem Plankton beobachten konnten und als absoluter Höhepunkt die Wanderung auf die Robertson Islands und den atemberaubenden Ausblick, den man von der Spitze der Insel genießen kann. Schon zu Beginn der Reise kommt man mit der traumhaften Natur Neuseelands in Berührung.

Bay_of_Islands_final

Auckland

Zurück in Auckland lernten wir die Kultur der einheimischen Bewohner, der Maori, näher kennen. Wir besuchten die Waitangi Treaty Grounds und erfuhren so mehr über deren Geschichte und Hintergründe. Teil ihrer Kultur ist der volkstümliche Haka-Tanz, an dem wir als Zuschauer teilhaben konnten. Eine empfehlenswerte Erfahrung für alle, die sich für die Tradition und die Kultur der Einheimischen interessieren.

Haka-Tanz

Raglan – das Surfer-Paradies

Eine gemeinsame Yoga-Stunde unter freiem Himmel auf einer Plattform mit atemberaubender Aussicht über das Meer, einen besseren und erholsameren Start in den Tag kann man sich wohl kaum vorstellen. Eine darauf folgende Surf-Einheit mit sowohl Theorie- als auch Praxisteil machte den Tag perfekt. Mehr als begeistert von der Schönheit Raglans gingen wir zurück in unsere private Unterkunft mit Whirlpool und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Barbecue ausklingen. Dieser Ort ist ein Surferparadies! Auf den Wellen reiten und sich dabei so richtig auspowern und anschließend am Sandstrand relaxend die wunderschöne Kulisse genießen.

Raglan_final

Tongariro Alpine Crossing 

Eine weitere Erfahrung, die zwar sehr anstrengend ist, sich aber trotzdem definitiv lohnt, ist die siebenstündige Wanderung durch die Tongariro Alpinen. Die Strapazen werden durch eine fantastische Aussicht und vor allem die facettenreiche Natur, die man dabei zu Gesicht bekommt mehr als wieder wett gemacht. Von Vulkanen, kleinen Bächlein, größeren Seen bis hin zu Wegen, die durch dschungelartiges Dickicht führten und die wir glaubten nicht überwinden zu können, war alles zu sehen. Dabei muss man Glück haben, dass die klimatischen Faktoren alle zusammen spielen und ein Aufstieg überhaupt möglich ist. Dementsprechend konnten wir uns glücklich schätzen, solch eine unvergessliche Erfahrung gemacht zu haben. 

Tongariro_final

Wellington – Die Hauptstadt Neuseelands

Die Hauptstadt Wellington bietet mit ihren zahlreichen Cafés und Bars und der hinreißenden Hafenbucht eine gute Möglichkeit, sich von den sonst eher actionreichen Aktivitäten zu erholen. Vor allem die Lebenseinstellung und zu spürende Leichtigkeit der Menschen, die sie in ihren Alltag integrieren, trägt dazu bei. Demzufolge war es schade, dass wir dort nur bis zum Nachmittag Zeit hatten, die Stadt zu erleben. Dennoch nutzen wir die sehr kurze Zeit und bestiegen den Mount Victoria und hatten einen fantastischen Überblick über die ganze Stadt.

Wellington

DIE SÜDINSEL

Abel Tasman Nationalpark

Mit der Fähre ging’s dann weiter Richtung Südinsel, wo uns der Abel Tasman Park, ein Nationalpark, erwartete. Auch hier wird man wieder umgehauen von der Schönheit der Natur. Einfach unfassbar, was dieses Land zu bieten hat! Der Rundweg, der durch die Insel führt, hat viele Abzweigungen, die auf kleinen Wegen hinunter zum Strand führen. Ein wunderbarer Platz, der bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt.

Abel Tasman NP

Franz Josef Gletscher

Und plötzlich war es Winter! Ein Teil des Franz Josef Gletscher kann zu Fuß bestiegen werden. Doch wer hoch auf den Gipfel will, der muss in den Helikopter steigen. Gerne hätten auch wir den Gletscher von oben gesehen, doch leider sprengten die doch recht hohen Kosten von 400$ unsere Reisekasse. So stiefelten wir zu Fuß los und betrachteten den Gletscher aus nächstmöglicher Nähe. Beeindruckend!

Franz Josef Gletscher

Quennstown – Action pur

In kaum einer Stadt werden mehr Freizeitaktivitäten angeboten, die einen so stark herausfordern und mit Adrenalin füllen als in Queenstown. Doch diese Action ist nicht unbedingt was für den schmalen Studentengeldbeutel. Eine kostengünstigere Variante hierzu ist die Pferdetour (The Ride of the Rings) durch die wohl bekanntesten Filmdrehorte der Welt: Die Herr der Ringe. Während einer eineinhalbstündigen Tour bekommt man die Filmsets gezeigt. Um diese eindeutig wieder zu erkennen, muss man die Filme jedoch sehr gut in Erinnerung haben. Auch hier sollte man sich überlegen, ob man die 175$ investieren möchte. Nach den ganzen Aktionen braucht es dringend eine Stärkung! Top Adresse ist die meist lange Schlange bei Fergburger. Hier lohnt sich das Warten, um einen der riesigen, sehr leckeren Burger zu ergattern.

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Doubtful Sound

Weiter ging es auf der Landkarte zum südlichsten Haltepunkt der Reise und gleichzeitig auch schon zum letzten Nationalpark. Wieder einmal waren wir mit den Kajaks unterwegs und durchquerten in mehreren Stunden den Doubtful Sound. Obwohl die Berglandschaften des UNESCO-Weltnaturerbes wunderschön sind, war die Tour doch etwas langatmig. In der Kürze liegt die Würze!

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Central Otago

In Central Otago durften wir zwei Nächte lang ein ganzes Haus unser Eigen nennen: The Wedderburn Lodge. Die Zimmer darin sind liebevoll und gemütlich eingerichtet. Die freistehende Badewanne und die Möglichkeit, kostenlos seine Wäsche waschen zu können, waren für mich dabei das Highlight. Hier werden vor allem die Herzen von Mountainbike-Fans höher schlagen. Der insgesamt ca. 150 km lange Railtrail führt durch die weitläufige Natur Central Otagos und bietet so die Chance, sie auf neue Weise noch einmal intensiver und näher zu betrachten.

Central_Otago_final

Christchurch

Ein kurzer Spaziergang durch die Innenstadt Christchurchs genügt, um zu erkennen, dass die Stadt in den Jahren 2010 und 2011 durch heftige Erdbeben stark zerstört wurde. Viele Läden haben sich deshalb in riesige, bunt gestaltete Transportcontainer einquartiert, was der Stadt einen besonderen Flair verleiht. Die Nacht verbrachten wir in der Jailhouse Accomodation. Wie der Name schon sagt ist das ein ehemaliges Gefängnis, das nach den Bedürfnissen eines einfachen Hostels restauriert wurde. Hier hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr Zeit verbringen zu dürfen. Dafür konnte uns Max mehr über seine Heimatstadt erzählen.

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Kaikoura

Kaikoura ist bekannt für die zahlreichen Aktivitäten, die angeboten werden, um mit den Wassersäugetieren zu schwimmen oder sie zu beobachten. Leider waren die Wetter- und Wasserbedingungen so schlecht, dass unser Seehunde-Schwimmen abgesagt werden musste. Nichts desto trotz verbrachten wir einen entspannten Nachmittag im Whirlpool der Dusky Lodge. Wer genauso viel Pech wie wir hat, hat jedoch die Möglichkeit, auf einer der vielen Felsbrandungen entlang der Küste ganze Seerobbenfamilien anzutreffen.

Collage Kaikoura

Wellington

Bevor wir erneut mit der Fähre in Wellington ankamen, hatte Max eine kleine Überraschung für uns vorbereitet. Mit dem Bus brachte er uns zu einem abgelegenen Grundstück, wo uns eine nette Dame zu einer Weinprobe einlud. Genau das waren die besonderen Kleinigkeiten, die die Reise so unvergleichlich machten.

Wellington 2 Collage

Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir bei gemütlichem Zusammensitzen in der gegenüberliegenden Bar unseres Hostels. Uns wurde bewusst, dass die letzten gemeinsamen Stunden anstehen. Wir fanden es ziemlich schade, sich von allen schon wieder verabschieden zu müssen, obwohl man gerade angefangen hat, sich so richtig wohl zu fühlen. Wir verstanden uns echt super mit der Gruppe und hatten eine grandiose Zeit zusammen.

Jeder Zeit würde ich so eine geführte Reise erneut antreten und kann es jedem nur empfehlen!