Daumen hoch für "The Blind Art Project" - ))accente

Daumen hoch für „The Blind Art Project“

25. November 2014     / / / / /

Für uns ist es völlig normal, in ein Kunstmuseum zu gehen und uns die Werke der Künstler anzuschauen und wahrzunehmen, was darauf abgebildet ist. So ist es uns möglich zu verstehen, welche Intentionen dahinter stecken. Oft werden dadurch unbeschreibliche Emotionen ausgelöst, welche uns eine längere Zeit lang begleiten und zum Nachdenken anregen. Ein besonderes Gut wie ich finde.

Aber muss man wirklich sehen können, um Kunst zu verstehen und zu erleben?

Um genau diese aufkommenden Gefühle beim Betrachten des Kunstwerkes auch sehbehinderten Menschen zu ermöglichen, hat sich Lego gemeinsam mit Serviceplan eine ganz tolle und berührende Idee einfallen lassen. Bei der Neueröffnung des Lenbachhauses in München, ein Kunstmuseum, riefen sie „The Blind Art Project“ ins Leben. Ein Projekt, das definitiv unter die Haut geht.

Hier geht es darum, auch blinden Kindern die für uns so selbstverständliche Kunst zu vermitteln und diese für sie ein Stück weit realer werden zu lassen. Das „Blaue Pferd“ von Franz Marc wurde den Kindern bis ins kleinste Detail beschrieben. Daraufhin durften sie das ihnen beschriebene Werk mit Lego-Bausteinen ganz nach ihren Vorstellungen visualisieren. Wie das Video zeigt, hatten die Kinder sichtlich Spaß daran und erläuterten mit Euphorie anderen, nicht erblindeten Kindern, was sie da gebaut hatten. Mal waren die Ähnlichkeiten zwischen Kunstwerk und Lego-Abbildung deutlicher zu erkennen und mal weniger. Ein Beweis dafür, wie gut sich Kinder mit fehlendem Augenlicht ein Bild eines Kunstwerkes nur anhand von Worten machen können.

Durch das Miteinander von sehenden und sehbehinderten Kindern konnten sie Zugang zur jeweils anderen Welt bekommen. Eine grandiose, lobenswerte Initiative, über welche wir sehr gerne berichten. Viel öfter sollten solche Projekte realisiert werden, um so die Welt zumindest für einige ein Stück weit besser zu machen!