Jetztmusik Festival 2015: Dean Blunt & Faded Ranger - ))accente

Jetztmusik Festival 2015: Dean Blunt & Faded Ranger

28. März 2015     / / / /

In a few words

Artist: Faded Ranger -> symbiotic relationship / Dean Blunt -> the eternal mystery
Locations: A rough warehouse.
Ambience: 1st part -> feel the beat / 2nd part -> sound filled the dark room
Drinks: WULLE bear served by Vera and Rosa
Audience: electro fans


Faded Ranger
Auch das Konzert des gestrigen Abends fand in der Stadtgalerie in Mannheim statt. Die urbane Location passte wie die Faust auf’s Auge.

Faded Ranger sind Nick Maurer (Greens Keepers) aus Chicago und Neville Attree (Gumption Recordings) aus London, die sich bei einem Gig in Heidelberg kennengelernt haben und dort auch leben. Im Laufe des letzten Jahres haben sie drei Singles “Be On The Lookout”, “Get Together (Right Now)” and “Blindfolds” veröffentlicht, am 7. November 2014 erschien das Debütalbum “Mechanical Tonight”, ein Dancefloor-Album eklektischer Natur garniert mit Humor und kleinen Geschichten. Gestern eröffneten sie den Abend als Support Act und spielten eine erfrischend unbefangene Sammlung an Songs, die bedingt durch verschiedene kulturelle Einflüsse eine Vielzahl von elektronischen Genres aufweisen.

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Dean Blunt
Viele Geheimnisse umgeben den Briten aus dem Londoner Stadtteil Hackney. Seit Beginn seiner Karriere spielt er nämlich ein tolles Verwirrspiel: Wer ist dieser Kerl eigentlich? Was geht in ihm vor? Und was will er mit seiner Musik ausdrücken?
„Black Metal“ heißt Dean Blunts neuestes Album, sein erstes für das Londoner Label Rough Trade. Ein Werk, dessen Innen- und Außen-Cover komplett geschwärzt ist. Bis auf die Nennung der 13 Songtitel und zweier Quellenangaben zu Samples verzichtet der Interpret auf jegliche Informationen. Texte, Besetzung und Aufnahmemodalitäten bleiben im Dunkeln. Auch die Songtitel sind recht einsilbig: „Lush“, „Punk“, „Mersh“, „Grade“. Seine Musik lässt sich auch nicht kategorisieren: Mal euphorisiert treibend, mal hochtourig tuckernd. In anderen Momenten klingen die Songs dann verletzlich und verwundbar. Dean Blunt spielt mit Genreschubladen, benutzt unterschiedlichste Stilelemente und bringt sie auf eine völlig neue Art und Weise zusammen. Gothic-New-Wave, coole Ragga Soundpoetry, der psychedelische Folkpop eines Arthur „Love“ Lee und HipHop werden in seinen Songs zu einem Ganzen.

Auch was seine Person betrifft, hält sich der Engländer sehr bedeckt. Und wenn er mal ein Interview gibt, lügt er das ein oder andere Mal auch gerne die Journalisten an. Das Gleiche gilt für seine bisherigen Liveauftritte. Er hüllt sich in Nebel oder in fast völlige Dunkelheit, in der man seine Identität letztlich nur erahnen kann. Zweifellos ein Mysterium dieser Dean Blunt, aber seine Musik spricht für sich.

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