Nachgefragt. Im Gespräch mit Niklas vom Hafen 49 - ))accente

Nachgefragt. Im Gespräch mit Niklas vom Hafen 49

29. April 2016     / / / / / / / / / /

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Herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag aus der Reihe „Nachgefragt.“

Heute möchten wir euch gerne Niklas Seegebarth vorstellen. Er koordiniert DAS Open Air Event in Mannheim: Hafen 49. Seit gut 4 Jahren sorgt ))accente bereits für den guten Ton und seit einem Jahr ist Niklas Seegebarth als Betriebs- und Projektleiter zuständig und steht mit uns in engem Kontakt.

Uns interessiert, was hinter dem Namen und vorallem hinter dem Konzept steckt. Lest jetzt selbst, was uns Niklas über seine Aufgaben und den Sommer am Hafen verraten hat.


Welche Position hast du und was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich betreue jetzt seit einem Jahr zusätzlich zum loft den Hafen 49 als Betriebsleiter. Meine Aufgabe ist es die Schnittstelle zwischen den vielen verschiedenen Abteilungen zu sein. Primär kümmere ich mich um alles, was den Ablauf der Veranstaltung angeht. Bei mir müssen alle Informationen zusammen laufen, die ich dann gebündelt an die entsprechenden Abteilungen weiterleite. Ich bin quasi der Dreh- und Angelpunkt dieser Locations. Der Hafen ist ein bisschen mehr Aufwand, da fast alles für jede Veranstaltung neu auf- und abgebaut werden muss.

Wie kommt es zu dem Namen Hafen 49? Warum die Nummer?

Am Anfang hieß es Hafenstrand, dann loft beach und jetzt heißt es Hafen 49, weil es die Hafenstraße 49 ist. Sozusagen die Adresse.

Bist du ein alter Hase im Eventgeschäft oder eher ein Neuling?

Nach der mittleren Reife wollte ich als Veranstaltungstechniker starten, dafür war ich aber noch zu jung und habe dann erst die Ausbildung zum Systemgastronom gemacht, was zu meinem jetzigen Beruf gut passt. In diesem Beruf konnte ich zudem mehrere Jahre in der Restaurantleitung Erfahrungen sammeln. Schon mit ca. 14 Jahren habe ich angefangen neben der Schule auf Events zu arbeiten. Eigentlich ja so wie die meisten in der Branche… (lacht). Von klein auf quasi. Im Anschluss an die Gastronomieerfahrungen habe ich mein Abi nachgemacht und dann die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann angeschlossen. Mit der Übernahme nach der Ausbildung bei cosmopop habe ich auch die Betriebsleitung des loft übernommen. Hat sich so ergeben… es war gerade die Stelle frei und es hat einfach gepasst.

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Wo wollt ihr mit dem Konzept des Hafens hin?

Möglichst alles selber zu machen, das ist immer grundsätzlich der Ansatz. Wir sind ja mit cosmopop und polysense eine Eventagentur, also bieten wir auch diese Konzeptleistungen an. Zwar machen wir das nur sehr selten, weil wir eigentlich komplett mit den eigenen Events ausgelastet sind. Wir setzen das um, was wir selbst auch gut finden und so soll es auch rüberkommen. Ich glaube, so kommt es auch seit den letzten Jahren – vorallem seit dem ReDesign – zu einer steilen Berg-auf-Kurve. Das lässt sich an den Reaktionen der Leute gut sehen.

Gestaltet ihr alles selbst?

Wir setzen natürlich auf jeder Veranstaltung Fotografen ein. Zusätzlich haben wir inhouse einen Grafiker, den Sebastian (Head of Marketing), der kümmert sich auch komplett um das ganze Marketing. Zum größten Teil versuchen wir alle grafischen Dinge selbst zu machen. Das Ganze für drei Läden (Hafen 49das zimmer, loft) umzusetzen ist ziemlich aufwendig, deshalb holt sich Sebastian auch gerne mal Unterstützung und Inspiration von außen.

Dieses Jahr war euer Opening bereits nach wenigen Stunden komplett ausverkauft und ca. 20.000 Leute folgen euch auf Facebook. Was ist das für ein Gefühl?

Ein bisschen beängstigend. Nein, natürlich ist das sehr sehr schön. Es spiegelt eben genau wieder, dass was wir machen bei den Leuten gut ankommt. Es nimmt einem viel Druck weg. Die Events sind natürlich auch mit vielen Kosten verbunden. Allgemein ist das, was wir jedes Jahr immer wieder aufs Neue investieren schon ein ordentlicher Haufen Geld und wenn man dann einfach weiß, dass die Leute kommen und drauf stehen, dann ist es schon beruhigend.

Zudem muss man sich natürlich noch mit dem Wettergott gut stellen. Wenn der auch noch auf unserer Seite ist, ist das natürlich ein sehr gutes Gefühl. Und natürlich auch ein schönes Gefühl, dass die Leute einfach Bock drauf haben. (grinst)

Wie reagieren die Leute darauf, wenn ihr aufgrund des Wetters das Event absagt?

Wir wollen natürlich nicht absagen! Am Ende geht es uns immer nur darum, die Veranstaltung zu machen! Wir wollen natürlich, dass die Leute feiern können. Es ist schwierig jedem gerecht zu werden. Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert. Teilweise auch ganz spontan erst ganz spät abgesagt, wenn es wirklich vom Wetter her gar nicht geht.

Wir haben immer engen Kontakt mit einem Meterologen, der uns da auf dem Laufenden hält. Er sagt auch ganz ehrlich, wenn er davon abrät, die Veranstaltung durchzuziehen, weil ein Gewitter kommen könnte. Wir versuchen immer das Beste daraus zu machen. Das ist gar nicht so leicht.

Glücklicherweise brauchen wir das Event nie komplett absagen, weil die Abendveranstaltung ja immer noch im Loft stattfindet. Es ist natürlich schöner draußen – das weiß ich ja selber. Es macht einfach mehr Spaß in der Sonne und ist angenehmer als jetzt im dunklen Club – gerade im Sommer – zu hocken. Aber man kann es leider nicht immer verhindern.

Der wichtigste Punkt für uns ist einfach der Schutz unserer Besucher, dass denen nichts passiert.

Wie sorgt ihr für die Sicherheit eurer Gäste? Ist schon einmal jemand über Bord gegangen?

Wir geben so wenig Glasflaschen wie möglich aus. Wir haben nur Cup-Konzept-Becher – also nur Mehrweg Plastik. Wir nehmen natürlich auch Pfand für die Gläser so wie die Behörden es möchten: Das ist eine Auflage bei Open Air Events in Mannheim.

Badeversuche hatten wir bisher eigentlich sehr selten, weil die meisten sich das Wasser angucken und direkt davon absehen reinzuspringen. Wir haben natürlich ein Geländer zum Wasser hin, da es ja eine Terrasse ist. Die Sicherheitskräfte sind entsprechend gebrieft und verteilen sich an den entsprechenden Positionen, dass da nichts passieren kann. Wir hatten es nur schon mal, dass Leute von außen mit ihrem Schiffchen in den Kanal gefahren sind und schwimmen gegangen sind. Das war auch ganz cool.

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Wie reagiert ihr, wenn bei ausverkaufter Veranstaltung doch noch Leute kommen?

Keine Chance. Wenn wir ausverkauft sind, sind wir ausverkauft. Wir haben eine maximale Kapazität, die uns durch die Behörde vorgeschrieben ist und an die wir uns natürlich halten. Im Voraus kommunizieren wir natürlich immer, dass es keine Abendkasse mehr gibt und die Gäste ohne Tickets nicht anreisen brauchen. Gerade beim Opening am Sonntag ist es ja jetzt eine Riesendiskussion, warum wir denn jetzt einen Vorverkauf machen? Das ist ja total doof, sagen die Leute. Aber genau das bietet den Gästen ja auch einfach Sicherheit. Es gibt Leute, die 500 km weit fahren nur um beim Hafen dabei zu sein. Teilweise hatten wir Leute aus Italien oder Frankreich da. Die sind einfach angereist und kamen dann nicht mehr rein. Genau das wollen wir mit unserem Vorgehen verhindern und die Enttäuschungen vermeiden. Ich hoffe jeder kann das verstehen, dass so weit fahren und dann vor verschlossener Türe zu stehen echt doof ist. Wir bieten ja nicht nur den Vorverkauf für eine bestimmte Personengruppe an, sondern jeder hat die gleiche Möglichkeit sich Tickets zu kaufen.

Wie legt ihr das Line-Up fest?

Viele Acts sind einfach Freunde, mit denen wir schon seit Langem zusammenarbeiten. Je nach Genre wie Techno, Elektro oder House gibt es Künstler, die eben große Nummern sind, die wir aufgrund ihrer Bekanntheit buchen. Wir versuchen auch immer neue Künstler miteinzubinden, die wir bisher noch nicht dabei hatten.

Woher und wie lange kennst du ))accente schon?

Ich kannte ))accente schon als ich selbst noch Gast beim Hafen 49 war, aber seitdem ich eben Betriebsleiter beim Loft und Hafen bin haben wir engeren Kontakt.

Was hältst du vom Norton Audio® Sound?

Soundsystem ist immer eine große Diskussion. Jeder meint da seine Expertise abzugeben. Ich finde, dass alle größeren bekannten Soundsysteme hervorragend sind. Das sind ja nur kleine Nuancen, die eine Rolle spielen. Über Norton Audio® kann ich bisher nicht klagen. Alles was ich am Hafen gehört habe war immer richtig gut.

Was ist Dein Geheimtipp, wenn Du mal abschalten und entspannen möchtest?

Gibt’s nicht. Das gibt es im Sommer einfach nicht! Ich bin jedes Wochenende dort im Einsatz. Wenn ich nicht am Hafen bin, bin ich im Loft. Zum Ausgleich spiele ich American Football. Das bringt mich runter. Da powere ich mich aus. Das tut gut, das merke ich jetzt. Achja und … Schlafen! (lacht)

Welche kulinarischen Hotspots kannst du empfehlen?

Das willst du doch nur für dich privat wissen (zwinkert). In Heidelberg das Hakim’s Imbiss- und Steinhaus hat die besten Spareribs hier in der ganzen Region. Der Laden ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber was er macht ist echt lecker.

Für die Sushi-Liebhaber empfehle ich das Tokyo Mannheim. Richie Hawtin, ein sehr großer international bekannter Künstler bezeichnet das Tokyo als eines der besten Sushi-Restaurants in ganz Deutschland.

Wer eher auf griechisches Essen steht, sollte im Akropolis in Mannheim essen. Wenn du Glück hast, triffst du dort auch einen unserer Acts.


Danke an Niklas Seegebarth vom Hafen 49 für die ehrlichen und sehr persönlichen Antworten auf unsere Fragen. Wir wünschen ihm, euch und uns ein tolles Opening am Sonntag im Hafen 49, wenn denn der Wettergott mitspielt!

 

Text: Ann Kathrin Fechner     Bilder: (1) Florian Schmitt / Kidkutsmedia/Photography, (2) ))accente