Nachhaltigkeit – Apps, die Dir helfen.

25. April 2019     / / / / /

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Oh was ist es manchmal für ein Dschungel. Man möchte gerne was besser machen, etwas verändern. Doch wenn man dann wieder vor dem Regal im Supermarkt oder der Drogerie steht ist man von der Auswahl der unzähligen Produkte vollkommen überfordert.

Wie oft waren wir schon froh, als wir unser Handy zücken konnten, die Codecheck App öffneten und uns einfach fröhlich durchs Regal scannten. In Null Komma nix hatten wir Ergebnisse über die Inhaltsstoffe, Herstellung und sogar Produktvorschläge für nachhaltigere Alternativen auf unserem Bildschirm. Die Vorgehensweise ist ganz einfach: Ihr scannt ein Produkt und erhaltet sofort einen Bewertungskreis, der Euch in Ampelfarben anzeigt, wie unbedenklich oder eben nicht dieses Produkt für unsere Umwelt ist.
Bei Rot werdet Ihr alarmiert, wenn beispielsweise Inhaltsstoffe enthalten sind, die unsere Umwelt stark belasten oder auch Krebs oder Allergien erzeugen können. Grün wird Euch bei positiv bewerteten Inhaltsstoffen angezeigt. Das Besondere an der App ist, Ihr könnt mit der Personalisierungsfunktion den Bewertungskreis und die Warnungen zu bestimmten Inhaltsstoffen wie beispielsweise Mikroplastik nach Euren individuellen Ansprüchen anpassen.

Das ist es noch lange nicht gewesen. Um den Dschungel noch besser zu durchblicken, stehen jede Menge mobile Apps zur Verfügung. Unsere Favoriten in den Kategorien Kleiden, Reisen und Einkaufen findet Ihr im folgenden Beitrag.


Fair Fashion? als App für nachhaltigen Kleiderkonsum.
Das Thema Nachhaltigkeit in der Modebranche ist sehr umstritten. Die Schweizer Clean Clothes Campaign hat sich 2013 genauer damit befasst und Befragungen bei über 140 Modelabels durchgeführt.
Zahlen die Kleidungsgeschäfte, in welchen wir gerne einkaufen, existenzsichernde Löhne? Was sind überhaupt existenzsichernde Löhne? Welche Marke produziert umwelt- und menschenfreundlich? Zu all den Fragen gibt es Antworten, welche Ihr in der Fair Fashion App findet.
Traurig, aber wahr. Kein einziges in der App aufgeführtes Ladengeschäft schneidet mit einer guten Bewertung ab. Viele Marken sind enttäuschenderweise als mangelhaft eingestuft worden. Sie zahlen ihren Mitarbeitern sehr schlechte Löhne und haben furchtbare Arbeitsbedingungen. Aber macht Euch selbst schlau und überlegt beim nächsten Mal genau, wie viel Euch nun wirklich diese eine Handtasche oder Jeans der Marke wert ist.


Eco Traveller ist eine englischsprachige App für leicht gemachtes und nachhaltiges Reisen.
Alle verfolgen doch dieses Ziel im Leben, so viel wie möglich von der Erde gesehen zu haben. Da wir wissen, dass das Reisen in weit entfernt gelegene Länder in der Ökobilanz nicht weit oben steht, ist es umso nützlicher, einen Ratgeber zur Seite zu haben, der allen Globetrottern ein besseres Gespür und Bewusstsein auf der nächsten Reise verschafft.
Die als Magazin aufgebaute App setzt sich mit den Kategorien Abenteuer, Ökologie, Natur, Wirtschaft, Essen und Trinken sowie Geschichte und Kultur zu diversen Reisezielen auseinander. Bekannte Abenteurer aus der nachhaltigen Reiseszene lassen Euch wissen, wie es sich am besten möglichst umwelt- und ressourcenschonend reisen lässt und haben zudem Tipps für leckeres Essen und Getränke parat.
Was Ihr wissen solltet: Die App lässt sich ausschließlich als Android-User über den Amazon Appstore downloaden.


GrünZeit ist eine App, die Euch zeigt, welches Obst und Gemüse im Augenblick Saison hat.
Die App wurde von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. ins Leben gerufen und wird von dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein gefördert.
In fast jedem größeren Supermarkt gibt es das ganze Jahr die selben Früchte. Klar ist es mal ganz nett, Erdbeeren auch außerhalb der Zeit zu kaufen, wenn einem danach ist. Wir alle wissen aber, dass das nicht gut für unsere Umwelt ist. Kaum eine Frucht wächst das ganze Jahr über. Schon gar nicht in Deutschland. Deswegen sollte jeder wissen, wann klimafreundliches, heimisches Gemüse Saison hat und wir somit unnötige Schadstoffe durch weltweiten Transport der Lebensmittel vermeiden können.
Auch hier gibt es Symbole in Ampelfarben, um die Kaufentscheidung leichter zu machen. Grün bedeutet dementsprechend geringer Energieverbrauch und geringe Klimabelastung, rot dagegen sehr hohe Belastung.

Der WWF Fischratgeber zeigt, welchen Fisch Ihr mit gutem Gewissen essen könnt.
Die langjährige Übernutzung der Meere hat dazu geführt, dass mittlerweile dreißig Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt und 57 Prozent voll befischt sind. Mit dem eigenen Einkaufsverhalten kann man dazu beitragen, die Fischbestände zu schonen. Da auch in unserer Mittagspause des Öfteren Lachsnudel auf den Teller kommen, achten wir gemäß dem Fischratgeber darauf, ausschließlich Bio-Fischprodukte oder ASC/MSC – zertifizierte Produkte zu kaufen.
Die App stellt eine lange Liste von verschiedenen Fischarten und deren Bewertung zur Verfügung, anhand welcher man erkennen kann, welchen Fisch man nun aus welchem Grund mit gutem oder nur schlechtem Gewissen essen kann. Hierfür führt WWF Bewertungen von Fischereien und Aquakulturen weltweit durch. Dadurch ergeben sich die drei Kategorien „Gute Wahl“, „Zweite Wahl“ oder „Lieber nicht“.

Zu gut für die Tonne! als App für bewusstes Kochen und zur Vermeidung von unnötigen Abfällen.
„Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Du kannst das ändern.“ – so wirbt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für ihre App.
Wir kennen es ja alle, unnötige Sachen einkaufen oder einfach zu viel, weil man beispielsweise mit Hunger einkaufen geht. Am Ende landet es dann doch wieder in der Mülltonne. Das ist sehr schade und überhaupt nicht gut für unsere Umwelt.
Zu oft steht man vor dem offenen Kühlschrank oder Lebensmittelregal und zweifelt an der Haltbarkeit der Produkte – „Kann ich das überhaupt noch essen?“. Viel eher sollte man sich die Frage stellen, was sich Leckeres aus den Resten zaubern lässt. Um genau diese Restewegschmeiß-Plage zu vermeiden, wurde diese App entwickelt. Hier findet Ihr allerlei Rezepte, die Ihr aus Lebensmitteln kochen könnt, die sicherlich jeder Zuhause hat.
Dabei geben Euch die sogenannten Kochpaten, darunter bekannte Starköche und Restaurantbesitzer wie beispielsweise Tim Mälzer und Christian Rach, einige Tipps mit auf den Weg zur erfolgreichen nachhaltigen Ernährung.

Auch immer mehr Supermärkte springen auf den Zug auf und machen auf den verschwenderischen Umgang mit noch einwandfreien Lebensmitteln aufmerksam. Ihr seht also, Euch ist es leicht gemacht, nachhaltig einzukaufen und zu kochen.


Eco Challenge ist eine App, die sich grundlegend von den anderen unterscheidet. Und genau deshalb wollen wir sie Euch nicht vorenthalten. Sie fordert Euch durch Herausforderungen, den „Challenges“, zum aktiven Mitmachen heraus.
Natürlich bietet sie wie alle anderen reichlich Hintergrundinformationen zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das Besondere jedoch sind die vielen, kleinen, vor allem simplen Schritte, die Euch nahegelegt werden, um Euren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Artgerechte Tierhaltung, umweltschonende Mobilität, Müllvermeidung und nachhaltiger Energieverbrauch sind hier die Stichworte. Zweimal wöchentlich werdet Ihr aufgefordert, eine Challenge zu meistern.
„Widme einen Abend den Produkten Deiner Region – Koche ein Essen für Deine Freunde und verwende ausschließlich heimische Zutaten!“ Zusätzlich erhält man Tipps für entsprechend nachhaltige Rezepte. Ein grandioses Konzept, wie wir finden.
Die App ist leider nur für das iPhone verfügbar.

Ihr seht also, es gibt jede Menge nützliche und kostenfreie Apps, die Euch dabei helfen, bewusst nachhaltig zu handeln. Gerade für die jungen technikaffinen Leute unter uns, ist es eine spielerisch leichte Art und Weise die Thematik Nachhaltigkeit mit all seinen Aspekten des alltäglichen Lebens kennenzulernen und zu unterstützen.

Text: Luisa Schädel und Desiree Ams | Titelbild und Beitragsbild 1: Charleen Eggers Fotografie, Beitragsbild 2: Freudenhaus Heidelberg – Michael Schweyher, Beitragsbild 3: Desiree Ams, Beitragsbild 4: Sarina Kullmann Fotografie